„HR kann Innovation“

Die nach eigenen Angaben größte Personalmesse in Europa, die Zukunft Personal in Köln, hat sich gemacht. Sie wirkt moderner als früher und profitiert von der Dynamik, die die HR-Welt erlebt.

Nein, so richtig verlieben kann man sich in die Zukunft Personal (ZP) nicht. Die großen Messehallen laden nicht dazu ein, sich rund um aufgehoben zu fühlen. Es ist voll, unübersichtlich und laut. „Das ist kein Spaß hier, das ist Arbeit“, sagte ein Besucher am Mittwoch völlig treffend. Und dennoch muss man konstatieren: Während die ZP noch vor wenigen Jahren etwas verstaubt und verschnarcht wirkte, erscheint sie heute im Jahr 2016 wesentlich frischer und am Puls der Zeit – anders als beispielsweise die Personal Nord. Plötzlich heißt es in der HR-Community wieder: Da sollte man, wenn möglich, dabei sein. Die HR-Night, die abends am ersten Messetag stattfindet, liefert auch nochmal einen zusätzlichen Anreiz nach Köln zu fahren.

Die Zahlen scheinen den Aufwärtstrend zu bestätigen. So waren zum Beispiel 732 Aussteller dabei, ein Anstieg von 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Bandbreite ist enorm: Stellenbörsen, Zeitarbeitsfirmen, E-Learning-Anbieter, Verlage und Software-Dienstleister sind nur ein kleiner Ausschnitt. Und gerade was die Angebote der Software-Firmen angeht, scheint die Themenvielfalt unbegrenzt. Starke Trends wie Mobile, Cloud, People Analytics, Enterprise Social Networks oder Feedback-Systeme wurden aber deutlich.

Die Aussteller, mit denen ich gesprochen habe, zeigten sich auch zufrieden, was den Austausch mit den Besuchern angeht. Aus Besucher-Sicht muss man natürlich immer abwägen, ob man den Prospekt, der ausliegt, wirklich zur Hand nehmen will, weil man dann in den meisten Fällen gleich auch ein Gespräch mit den Dienstleister hat – ob man will oder nicht.

Die Zahl der Besucher am ersten Tag ist laut Ralf Hocke, Geschäftsführer spring Messe Management, im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent gestiegen. Die Zukunft Personal hat dieses und auch vergangenes Jahr einiges für den Erfolg getan, wie schon Tim Verhoeven gut dargelegt hat. Gerade die Start-ups haben der Messe gutgetan. Es gab das Start-up Village, in dem junge Unternehmen innovative Produkte vorstellen konnten. Sie hatten zudem mit der Start-up Stage eine eigene Bühne. Hocke schätzt, dass die Hälfte der Deutschen HR-Start-ups bei der Zukunft Personal vertreten waren. Es gab neue Formate wie zum Beispiel den Founders Fight, die Guided Tours und den HR Innovation Award, den Talentwunder, Talents Connect, die WHU – Otto Beisheim School of Management sowie Spendit gewannen. Die Blogger Lounge bot interessante Vorträge.

Ansonsten war die Qualität der 450 Vorträge  sehr unterschiedlich, wie viele Besucher berichteten. Was angesichts der Fülle nun auch kein Wunder ist. Und das Battle-Format ist eine gute Idee, die schon das HR BarCamp probiert hat. Als ein Battle war es aber nicht immer erkennbar. Nichtsdestotrotz sind auf der ZP viele spannende Ideen erlebbar gewesen. Wer wollte, konnte sich sicher gut inspirieren lassen. „HR kann Innovation“ sagte Hocke. Und er hat Recht.

In der HR- Welt ist derzeit eine Menge Dynamik spürbar. Es passiert viel und das wurde auf der Zukunft Personal sichtbar. Digitalisierung und Transformation stehen in den Unternehmen an und die Personaler wissen das jetzt auch. Und das ist eben auch ein Grund für den Aufwärtstrend bei der Kölner Messe.

 

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