Die Basic-To-do-Liste 2017 für Personaler

Sie wissen als durchschnittlicher Personalleiter eines durchschnittlichen 200-Mitarbeiter-Unternehmens nicht, womit Sie sich 2017 beschäftigen sollen? Kein Problem. Die Künstliche Intelligenz mag die HR überrollen. Doch nicht bei Ihnen, zumindest nicht 2017. Deshalb: Hier kommt Ihre ultimative Basic-To-do-Liste, die Sie im kommenden Jahr Punkt für Punkt abhaken können.

  1. Bleiben Sie ruhig und gelassen
    Auch 2017 wird so manche Sau durchs HR-Dorf getrieben und eine Menge Buzzwords die Runde machen. Bleiben Sie cool. Ein Drittel der Trendthemen können Sie ignorieren, das zweite Drittel legen Sie auf Wiedervorlage, das dritte Drittel können Sie sich genauer anschauen. Ihr Personalteam hat 2016 überstanden, es wird auch 2017 überleben. Für die Zeit danach lege ich meine Hand nicht ins Feuer.
  2. Vergessen Sie New Work. Fragen Sie sich, was Ihre Aufgabe ist
    Sicherlich wird 2017 wieder viel die Rede von New Work sein. Doch New Work ist kein Selbstzweck. Sie sollten sich die Zeit nehmen und sich fragen, was Ihr kleines HR-Team von vielleicht drei Mitarbeitern sein will und was für Sie grundsätzlich Priorität hat. Wenn Sie sich vor allem als Problemlöser sehen, fahren Sie grundsätzlich nicht schlecht. Und wenn die Problemlösung zufällig auch New Work ist, dann ist das halt so.
  3. Gehen Sie mal auf eine Veranstaltung, um sich inspirieren zu lassen
    Sie waren noch nicht so oft auf irgendwelchen Tagungen oder Netzwerk-Treffen. Ja, es wird da manchmal viel über Nichts geplaudert. Doch gerade in jüngster Zeit kann man sich sehr viele interessante Inspirationen auf solchen Veranstaltungen holen. Personalmanagementkongress, Change Congress, Agile HR Conference – suchen Sie sich einfach mal was Spannendes aus.
  4. Digitalisieren Sie endlich Ihre Kernprozesse
    Vergessen Sie jetzt erst einmal Big Data, People Analytics oder Chatbot-Robots: Digitalisieren Sie 2017 nun alle ihre Kernprozesse. So reduzieren Sie das viele Papier und Sie können ihr HR-Team durch entlasten, indem zum Beispiel die Mitarbeiter viele administrative Personalaufgaben selbst übernehmen. Ich habe von einem HR-Software-Experten gehört, dass jedes zweite Unternehmen noch kein digitales Bewerbungsmanagement hat. Das ist ziemlich zeitaufwändig und ineffizient.
  5. Zu selten und überfrachtet: An das Mitarbeitergespräch sollten Sie ran
    Sie wissen es ja selber: Ihr Lieblingsinstrument, das Mitarbeitergespräch, funktioniert so auf diese Weise nicht mehr so richtig. Es findet nur einmal im Jahr statt, ist völlig überfrachtet, keiner ist begeistert und es muss ne Menge dokumentiert werden. Das muss irgendwie dynamischer werden. Und trennen Sie Gehalts- und Feedback-Gespräche.
  6. Ihr Recruiting braucht mehr Varianz
    Sie sind nicht alleine: Der Mittelstand leidet unter Personalnot. Jeder dritte Betrieb musste deswegen schon mal Aufträge ablehnen. Allerdings sind auch viele Personalabteilungen zu einfallslos in Sachen Recruiting. Mitarbeiterempfehlungsprogramme sind zum Beispiel ein Schritt. Auch mal selbst aktiv werden und nicht darauf hoffen, dass sich der oder die Richtige zufällig bewirbt, ein anderer. Trauen Sie sich. Da geht noch was.
  7. Entrümpeln Sie den Seminarkatalog
    Tja also, das Seminarangebot wurde 2016 ja nicht so gut angenommen in Ihrem Unternehmen. Streichen Sie es massiv zusammen. Was das Fachliche angeht, werden Sie es nur mühsam aktuell halten können. Lassen Sie die Mitarbeiter selbst entscheiden, wie und wann sie sich fachlich weiterbilden wollen. Sie wissen am besten, was sie brauchen. Ihr HR-Team könnte sich mal überlegen, auf welchem Wege die Mitarbeiter bestmöglich voneinander lernen können.
  8. Reden Sie mit allen Führungskräften über die Herausforderungen im Business und was sie sich von HR erwarten
    Interessieren Sie sich für das Business, seien Sie neugierig und offen für Vorschläge. Wie können Sie ihren internen Kunden helfen? Darüber brauchen Sie nicht im stillen Kämmerlein nachzudenken. Gehen Sie ins Gespräch.
  9. Stoßen Sie im Unternehmen die Diskussion zur Arbeitszeitsouveränität an
    Ja, sicher. Man kann bei Ihnen auch mal früher gehen, wenn das Haus brennt. Aber eine wirkliche Flexibilisierung der Arbeitszeit gibt es bei Ihnen nicht. Es gilt die Anwesenheit von 9 bis 18 Uhr. Alles was gegen diese Norm verstößt, wird als Ausnahmezustand bewertet. Menschen wollen aber weitgehend selbstbestimmt arbeiten, auch weil mehr Flexibilität hilft, familiäre Verpflichtungen und Job besser zu vereinbaren. Stoßen Sie 2017 die Diskussion in Ihrem Unternehmen zum Thema Arbeitszeit und -ort an und fragen Sie Bedürfnisse ab, bevor Sie gleich fertige Arbeitszeitmodelle präsentieren.
  10. Seien Sie ein guter Zuhörer. Üben Sie das.
    Die Arbeitswelt ist schnell und stressig geworden. Haben Sie auch das Gefühl? Jeder ist schnell mit Meinungen und Einschätzungen zur Hand. Gleichzeitig sind wir ständig neuen Reizen ausgesetzt. Unsere durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne ist mittlerweile unter das Niveau von Goldfischen gesunken. In dieser Arbeitswelt ist die Fähigkeit, aktiv zuhören zu können, die absolute Killer-App. Es gibt sicherlich mehr Menschen, die sich gut mitteilen können, als dem Gegenüber zuzuhören und zu verstehen. Fangen Sie an zuzuhören. Trainieren Sie das.

Und 2018 kümmern Sie sich dann um Kulturwandel, Vergütung, das Social Intranet und agile Methoden 🙂

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Ein Gedanke zu „Die Basic-To-do-Liste 2017 für Personaler

  1. Virtual Private Servers

    Das sammle ich in einem Papierkarton und schneide es gelegentlich mit der Schneidemaschine zu. Neues Papier benotige ich so nur fur ausgehende Geschaftspost. Wichtiger noch ist aber, dass man auf diese Weise die Umwelt schont, ganz ohne auf etwas verzichten zu mussen.

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