Sieben Jahre HRM: Schön war’s

Nach sieben Jahren als Chefredakteur des Magazins Human Resources Manager und insgesamt 42 Ausgaben wird es Zeit für meine absolut subjektive Top 8 der besten Hefte (hier alle im Überblick):

Platz 1: Organisationen (Ausgabe: 05/2016)
Mit der Zeit hat sich herausgestellt, dass mein Herz besonders an den Themen Organisationen und Veränderungen hängt. Das Cover fand ich witzig und wir hatten einige gute Geschichten drin, so zum Beispiel das Interview mit Stefan Kühl, das teilweise zu hitzigen Debatten geführt hat. Im Heft waren außerdem ein Interview mit IBM-Personalchef Norbert Janzen und eines mit sipgate zum Thema Peer Recruiting sowie ein Beitrag zur Zukunftsfähigkeit der Matrixorganisation. Die Bebilderung, die wir immer im Rahmen der Titelstrecke drin hatten, ist für mich auch ein wichtigr Gradmesser. Und da hatten wir mit den Organisationsmetaphern eine originelle Idee, wie ich finde.

Cover Organisationen klein

Platz 2: Wandel (Ausgabe 05/2011)
Was sehen Sie auf diesem Cover? Wir hatten sicherlich einige Cover, die besser waren. Aber diese Ausgabe war dennoch eine gute: zum einen inhaltlich sehr stark, zum anderen hatten wir uns für die Titelstrecke etwas Besonderes einfallen lassen. Jede Geschichte wurde mit einer Frage eingeleitet. Wie verändern sich Unternehmen in einer Welt, die immer dynamischer und komplexer wird? Was ist die Voraussetzung von Zukunftsfähigkeit? Was sind grundlegende Erfolgsfaktoren in einem Change-Projekt? Was sind die Aufgaben von HR-Managern bei einem Umbau? Warum ist die Restrukturierung des Handelshauses Quelle gescheitert? Personen, die im Heft auftauchten, waren unter anderem: Richard Pott, damals Personalvorstand bei Bayer, der Neurobiologe Gerald Hüther und Heiko Roehl, Organisationsexperte bei der GIZ.

Cover Wandel

Platz 3: Motivation (Ausgabe 1/2013)
Eines der besten Cover meiner Meinung nach. Ich habe auch eine gewisse Schwäche für sogenannte Motivationsreden. Deshalb war mir die Bebilderung zu berühmten Reden von  prominenten Persönlichkeiten aus dem echten Leben sowie aus Filmen eine Herzensangelegenheit, darunter natürlich: Steve Jobs und seine Harvard-Rede sowie die Rede aus dem Film „An jedem verdammten Sonntag“. Zum Thema Motivation muss natürlich auch ein Interview mit dem von mir sehr geschätzten Reinhard K. Sprenger dabei sein, der immer wieder die Freiheit des Individuums betont: „Als Führungskraft können Sie ohnehin nur die Bedingungen der Möglichkeit motivierten Handelns schaffen. Der Mensch ist ein Freiheitswesen und an seiner Freiheit kommen Sie nicht vorbei.“

Cover fächer

Platz 4: Führungskräfte (Ausgabe 3/2016)
Auch ein Heft aus dem Jahr 2016. Wir haben uns mit den Herausforderungen für Führungskräfte beschäftigt, und immer wieder sind wir dabei auf das Thema Agilität und Digital Leadership gestoßen. Das Cover war für mich ein Hingucker und als Bebilderung haben wir uns die Leader aus dem Silicon Valley vorgenommen, die von unserem Grafiker Danny Schuster toll illustriert wurden. Fast alle Interviews sind auf große Resonanz gestoßen. Der Psychologe Felix Brodbeck sagte, in der Personalführung gebe es keine Augenhöhe. Der Unternehmer Manfred Wittenstein sprach ziemlich offen über Führung. Er ist der Meinung, dass man Führung üben muss. Und Karl-Heinz Reitz erzählte, wie sie bei Unitymedia das Performance Management umkrempelten – lange vor Unternehmen wie Daimler oder Deutsche Bahn. Auch Bosch ist einer der Vorreiter für modernes Arbeiten. Kein anderer Großkonzern setzt so konsequent das agile Arbeiten um. Mit Personalgeschäftsführer Christoph Kübel sprach ich damals über das vernetzte Arbeiten.

Platz 5: Liebe (Ausgabe 5/2014)
Hier war das Thema wirklich ein besonderes, kein Recruiting, kein Leadership, kein Change, sondern einfach nur: Liebe. Es ging in der Titelstrecke natürlich um Liebe am Arbeitsplatz, aber auch um Sinnstiftung und „Why we Love HR“, eine Liebeserklärung ans Personalmanagement. Ansonsten hatten wir auch ein Porträt von Janina Kugel im Heft, die damals gerade zu Siemens zurückgekehrt war sowie ein Bericht zu dem interessanten Startup Small Improvements, das der erste Anbieter für Feedback-Systeme in Deutschland gewesen ist. Zudem im Heft: Ein Interview mit dem damaligen Geschäftsführer Personal von Metro Cash & Carry, Michael Picard, sowie eine Umfrage zur Zukunft des Recruitings.

Platz 6: Fachkräftemangel (Ausgabe 03/2011)
Dieses Cover in Form eines fiktiven Briefes fand sogar Erwähnung in einem Beitrag der Brand eins. In dem Schreiben sagt ein Ingenieur einem Unternehmen ab, das einen Konstruktionsingenieur sucht: „Sollten Sie Ihre Defizite in der Zukunft abstellen, können Sie mich gerne kontaktieren“, heißt es da. Der Schwerpunkt der Ausgabe war Fachkräftemangel und damit verbunden die ewige Frage: Gibt es ihn oder gibt es ihn nicht? Die Antwort: Es kommt drauf an. Im Rahmen des Schwerpunktes hatten wir unter anderem Interviews mit dem damaligen Wirtschaftsminister Philipp Rösler, Audi-Personalvorstand Thomas Sigi sowie dem damaligen Hannover-96-Chefscout Jörg Jakobs und Markus Frosch von Promerit. „Talent Scouting“, sagt der, „sollte man nur für die Zielgruppen machen, die für ein Unternehmen kritisch sind.“

Platz 7: Kreativität (Ausgabe 02/2012)
Auch eines meines Lieblingsthemen: Kreativität. Die Titelstrecke war entsprechend kreativ. Unsere Gesprächspartner haben wir zum Beispiel gezeichnet und über die Fotos einen roten Filter gelegt. Für die große Bebilderung haben wir ziemlich aufwändig nach besonders kreativen Büros recherchiert. Interviewt wurden unter anderem Ulrich Weinberg, Leiter der HPI School of Design Thinking, Daimler-Personalvorstand Wilfried Porth und der Kreativitätsforscher Joachim Funke: „Die Kreativen brechen aus den Konventionsbahnen absichtlich aus und verhalten sich damit aus der Perspektive der anderen als Abweichler. Das kann natürlich auch anstrengend sein.“ Zudem haben wir uns gefragt, welchen Beitrag die Personaler für mehr Innovation leisten können und warum Open Innovation auf dem Vormarsch ist.

Platz 8: IT (Ausgabe 05/2012)
Vor dem Schwerpunkt hatte ich ziemlichen Respekt: IT. Aber wir haben es doch ganz gut hinbekommen. Und unser Grafiker hat sich für das Cover besonders ins Zeug gelegt. Die Bildsprache zieht sich durch die ganze Titelstrecke. In der Geschichte „Tschüss, alte Personalarbeit, Hallo New HR“ haben wir aufgezeigt, wie Social Media, Mobile und Cloud Computing das Personalmanagement verändern. Im Heft außerdem unter anderem ein Porträt über den ehemaligen Chief Technology Officer von IBM und Querdenker, Gunter Dueck, sowie das besondere Arbeiten bei Firmen aus dem Silicon Valley.

Kennen Sie das? Plötzlich ist da der Moment, an dem Sie das Gefühl haben: Jetzt muss ich raus aus der Comfort Zone. Sich nochmal neu erfinden, neu anfangen, sich einem neuen Umfeld aussetzen. Bei mir ist es genau so. Andere suchen sich vielleicht eine neue Partnerin oder kaufen einen Ferrari/Hund/Drogen. Ich suche die berufliche Veränderung, und zwar eine wirkliche Veränderung.

Ab März werde ich kein Chefredakteur des Human Resources Manager mehr sein, werde das Magazin und Quadriga Media verlassen, einfach, weil ich es will – in Freundschaft. Ich bin sehr dankbar für sieben schöne Jahre, unglaublich tolle Kollegen und die Chance, rund um die Marke Human Resources Manager so viel zu gestalten.  Mein Plan sieht nun wie folgt aus: Nachdenken. Erst einmal. Und ein paar Liebhaber-Projekte machen, Weiterbildungen, Buch schreiben, den Blog hier stärker bespielen, guten Bekannten unter die Arme greifen, mit den Kids spielen. Ich habe mich bewusst entschieden, rauszugehen ohne direkt in das nächste Arbeitsverhältnis zu wechseln.

Ein achtes Jahr HRM wäre einfach zu viel gewesen, die Möglichkeiten Neues zu lernen dann doch zu klein. Die internen Entwicklungswege habe ich unter anderem als Slack-Administrator sowie verantwortungsvollen Aufgaben, beispielsweise als Projektleiter des Changeteams, im Rahmen des Wandels bei Quadriga ausgereizt.

Fest steht aber: HR und Kommunikation werden mich auch zukünftig begleiten. Und auch hier auf dem Blog wird es verstärkt weitergehen. Unter anderem mit hochwertigen Interviews. Aber egal, was genau kommt: Es wird anders – und das ist auch gut so. Ich spüre so eine Euphorie und Aufregung, wie ich sie damals als 19-Jähriger beim ersten Gang über den Trierer Uni-Campus erlebte, als ich so viele Möglichkeiten wahrgenommen habe und dachte: Alles wird anders. Es geht los.

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