Ein Schritt nach dem anderen

Mit Sebastian Hollmann habe ich heute über mein Buch gesprochen, dass vor einigen Tagen erschienen ist. Und als er mich zu meiner persönlichen Transformation befragte, ist mir nochmal klar geworden, was ich da bereits für eine große, ereignisreiche Reise hinter mir habe.

Meine erste richtige berufliche Station war bei einer Tageszeitung, wo ich als Volontär angefangen habe. Später war ich dann Chefredakteur des Magazins Human Resources Manager. Als ich diesen Job 2010 antrat, hatte ich wenig Ahnung von dieser HR-Welt. HR hätte ich ein Jahr zuvor noch mit „Hessischer Rundfunk“ übersetzt. Mittlerweile bin ich seit drei Monaten Berater (und Kommunikationsmanager) bei einer der innovativsten Unternehmensberatungen in Deutschland: HRpepper Management Consultants. Eine ganz andere Welt, spannend und lehrreich.

Im Nachhinein könnte das wie ein ziemlich guter strategischer Plan aussehen: das Buch, die Ausbildung zum systemischen Organisationsberater und dann der Job bei HRpepper. Doch die Wahrheit ist, ich habe einfach einen Schritt nach dem anderen gemacht. Ich bin neugierig und lerne gerne Neues, das treibt mich an. Um allerdings wirklich eine umfassende persönliche Veränderung einzuleiten, braucht es auch eine gewisse Sehnsucht, das Gefühl, dass die gegenwärtige Situation zu Ende geht. Beim Human Resources Manager war das irgendwann der Fall.  Auf die Ausbildung hatte ich große Lust, aber nicht unbedingt mit dem Ziel, Berater zu werden, sondern um etwas zu Lernen, vor allem über mich, über Systeme und was sie auszeichnet.

Dass ich dann noch ein Buch geschrieben habe, daran ist Robindro Ullah nicht ganz unschuldig. Schließlich hat er mir den Kontakt zu Schaeffer Poeschel vermittelt. Ich hatte gar nicht so wirklich damit gerechnet, dass der Verlag auf mein Thema anspringt. Als sie es doch taten, dachte ich: Scheiße. Ich hatte mir keine Vorstellungen gemacht, wie anstrengend das ist, so ein olles Print-Buch zu machen. Ziemlich anstrengend, deshalb gibt es ja immer mehr Herausgeber-Bände.

Aber der erste Grund, das Buch zu verfassen, war die Faszination an Collaboration und die Rolle der Personalmanager, die verstärkt als Förderer von Zusammenarbeit auftreten und weniger das Trennende fokussieren sollten. Es reicht nicht, nur nach Teamwork zu rufen und Mystery Lunches einzuführen, Wer die kollektive Intelligenz bestmöglich nutzen will, muss einen ganzheitlichen Ansatz wählen. Neben dieser inhaltlichen Dimension wollte ich nach sieben Jahren beim Magazin Human Resources Manager und den vielen Artikeln und Interviews zudem nochmal einen gebührenden Abschiedspunkt setzen.

Neben Job und Familie habe ich es geschrieben. Das Buch war vor allem eine Frage der Disziplin. Deswegen bin ich vor allem stolz, dass ich es zu Ende gebracht habe. Das ist in meinen Augen die größte Leistung. Im Sinne von Collaboration würde ich gerne einige Inhalte demnächst teilen bzw. mit anderen diskutieren, habe aber noch nicht die passende Form gefunden. Ich will und werde (so gut wie) kein Geld damit verdienen. Der etwas hohe Preis wurde vom Verlag festgesetzt. Ich weiß noch nicht mal, ob es mir als Berater helfen wird. Aber es ist etwas, das bleibt.


Am 22. September diskutiere ich mit Heiko Fischer und Felicitas von Kyaw im Berliner Q Club der Deutschen Bank zu dem Thema meines Buches.

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