Archiv der Kategorie: Casual Thursday

Die pure Inspiration


(Anmerkung: Diese Glosse ist zuerst im Magazin Human Resources Manager 2015, Heft 6 erschienen)

Der Job des Chefredakteurs eines Magazins für Human Resources Management ist auch deshalb so schön, weil man jeden Tag etwas dazulernt. Und schnell habe ich verstanden, dass man vieles von dem Wissen rund um HR und Leadership auf das private Leben anwenden kann. Das hilft ungemein.

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Liiiiieeeeebe am Arbeitsplatz!

Love

Es ist Frühling! Herrlich! Kaum ist die Nacht vorbei, da pfeifen, zwitschern, tirilieren unsere gefiederten Freunde: Amsel, Kohlmeise, Buchfink – ein grandioser Ohrenschmaus ist das. Und auch dem Auge wird nun so allerhand geboten. Es blühen die Krokusse, die gelben und weißen Narzissen, das Stiefmütterchen und das Duftveilchen so schön, dass einem das Herz aufgeht. Und natürlich wendet sich auch die Sonne dem Frühling zu, die Sonnenstrahlen tanzen auf dem Wasser, kitzeln unser Gesicht. Ach, man möchte jeden Morgen die Welt umarmen und den ganzen Tag ein wunderbares Lied summen – ein Lied von der Liebe gar.
Dass uns Amors Pfeil gerade im Frühling trifft, ist nicht so unwahrscheinlich. Im Frühling erwacht nicht nur die Natur, sondern auch der Mensch. Plötzlich sind die Frühlingsgefühle da, für die unter anderem das Schlafhormon Melatonin und das Glückshormon Serotonin zuständig sind.
Womöglich trifft uns die Liebe am Arbeitsplatz, auch das ist nicht so selten. Schließlich verbringen Arbeitnehmer ihre meiste Zeit dort. Der Arbeitsplatz ist eine wunderbare Kontaktbörse – es sei denn man ist Gerüstbauer oder selbstständige Hebamme.
Angeblich lernen sich rund 30 Prozent aller Paare am Arbeitsplatz kennen – Tendenz steigend. Schließlich nimmt uns die Arbeit immer mehr ein. Es bleibt schlicht keine Zeit mehr, woanders fündig zu werden. Der Büroliebe gehört die Zukunft. Experten sagen sogar, dass eine Liebe, die im Büro entsteht, gar nicht so schlechte Chancen hat, eine dauerhafte Beziehung zu werden. Denn man kann den anderen vor einer Anbahnung lange beobachten, sieht wie er oder sie sich in bestimmten Situationen verhält. Alles lässt sich in Ruhe angehen.
Dass sich mehr und mehr Paare am Arbeitsplatz kennenlernen, hat im Übrigen auch damit zu tun, dass mehr Frauen einer Arbeit nachgehen und sich nicht mehr nur mit der Rolle des Hausmütterchens begnügen. Für Männer ist das aber nur zum Teil eine gute Nachricht. Denn Studien zeigen: Je unabhängiger eine Frau finanziell ist, desto mehr legt sie bei Männern Wert auf physische Attraktivität, was – wie sich beobachten lässt – dazu führt, dass in ihr Beuteschema ebenfalls wesentlich jüngere Männer fallen. Ein bislang völlig unbeachteter Gesichtspunkt in der Diskussion um die Frauenquote.
Je mehr Geld also die Frauen verdienen, desto attraktiver müssen die Männer sein, womit wir wieder beim Frühling wären. Denn nun wird es wärmer und wärmer und es beginnt die Zeit der luftigeren Kleidung. Für Männer ist jetzt die Gelegenheit, sich ein bisschen fit zu halten. Mann schlägt dabei mehrere Fliegen mit einer Klappe. Nicht nur, dass sich ein bisschen Sport positiv auf das eigene Erscheinungsbild auswirkt, es wird auch das Risiko minimiert, einen Herzinfarkt, einen Bandscheibenvorfall oder eine andere Katastrophe zu erleiden. Man betreibt also Gesundheitsförderung. Darüber freut sich der Arbeitgeber, auch wenn er – aufgrund fehlender finanzieller Möglichkeiten – selbst nicht allzu viel zur Gesundheitsförderung beitragen kann. Ist aber ohnehin nicht nötig. Zum einen reicht es, einfach mal den Aufzug für sechs Monate außer Betrieb zu nehmen, zum anderen hilft es, als Arbeitgeber Beziehungen am Arbeitsplatz positiv gegenüber zu stehen. Denn schließlich sind die meisten Beschäftigten heute wegen des enormen Drucks Burnout gefährdet. Eine funktionierende Beziehung kann da ein wichtiger Gegenpol sein und die eigenen Ressourcen stärken. Und überhaupt ist ja bekannt, dass verliebte Menschen Bäume ausreißen können, sprich: Die arbeiten für zwei.
Meike Müller, Coach und Kommunikationstrainerin, betonte kürzlich im Interview mit heute.de, dass heterogene Teams viel besser zusammenarbeiten. „Da wird geflirtet, man macht sich netter zurecht und strengt sich ein bisschen mehr an. Das beflügelt und gibt mehr Energie.“
Damit ist klar: Der Frühling ist die erfolgreichste Zeit für Unternehmen. Die Motivation der Beschäftigten ist dann am höchsten.
Man muss an dieser Stelle aber auch eine andere Wahrheit zur Sprache bringen. Frischverliebte Paare, die ständig miteinander turteln – gerade am Arbeitsplatz – können extrem nerven. Und auch für sie gilt: Die wahre Liebe ist ein Trugschluss. Alles geht einmal zu Ende. Narzissen und Krokusse ziehen sich ebenfalls nach der Blüte wieder in ihre Zwiebeln zurück. Dann ist es kalt und düster. Die Bürotage werden lang und länger, die Kollegen nerven, der Druck von oben wird unerträglich und der Aufzug ist die meiste Zeit kaputt, was der Personaler als Gesundheitsförderung verkaufen will. Karriere machen die anderen, diejenigen die fitter sind, schneller arbeiten und auch noch gut aussehen – meistens sind es Frauen.

(Foto: jmscottIMD)

Kandidatensuche der amüsanten Art

Der Arbeitsmarkt ist unbarmherzig. Die einen müssen zig Initiativbewerbungen schreiben und bekommen auf die wenigsten überhaupt eine Antwort. Und dann gibt es Bereiche, da suchen die Arbeitgeber händeringend Kandidaten und das tun sie sogar in Einzelfällen ziemlich kreativ und witzig, so wie die Axel Springer AG (mit dabei Vorstandsvorsitzender Mathias Döpfner). Und nein, ich bin wahrlich kein Springer-Fan.

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