Archiv der Kategorie: Motivation

Sieben Schritte auf dem Weg zu mehr Collaboration

Die Umwelt, in der Unternehmen sich bewegen, wird immer komplexer. Innovation, Produktentwicklung, Zusammenarbeit und Führung brauchen mehr denn je Vernetzung. Was kann eine Personalfunktion, die sich als Arbeitsweltengestalter versteht, tun, damit eine bestmögliche bereichsübergreifende Collaboration im eigenen Unternehmen – und darüber hinaus –  stattfindet? Hier sind 7 (mögliche) Schritte zu einem HR, das unter anderem die Rolle als Vernetzer annimmt:

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Wir wollen gar nicht faul sein

Artikel, die unser kapitalistisches System kritisieren, häufen sich in letzter Zeit. So habe ich vergangenen Freitag im SZ-Magazin zum Beispiel das Interview mit der Soziologin Cornelia Koppetsch gelesen. Die Überschrift lautete: „Freiheit ist kapitalistischer Mainstream.“ Da dachte ich zuerst: Das hoffe ich doch, schließlich ist freies Unternehmertum die Basis unserer sozialer Marktwirtschaft. Allerdings bezog sich der Titel, wie ich dann herausfand, auf die Forderung der Arbeitgeber an die Arbeitnehmer eigenverantwortlich zu handeln. Was ich persönlich erst einmal gut finde, weil ich mich als mündig betrachte und selbstständig denken und handeln kann.

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Kampf gegen die Müdigkeit

Sleeping Lion

Mehr Motivation, mehr Umsatz, mehr Lebensglück verspricht ein Seminar mit dem „Spitzen-Motivator“ Thomas Schlechter. Auf dem Foto zur Ankündigung der Veranstaltung hält er die Hände wie ein Boxer und grinst dabei übers ganze Gesicht – aber nicht so viel, dass es dämlich aussehen würde. Nein, eher als sei er mit sich im Reinen. Er sieht auch ganz gut aus, dieser Schlechter. Keine Frage. Dieser Mann ist voller Lebensglück – und wahrscheinlich ist auch der Umsatz tiptop.

Eines von Tausenden von Motivationsseminaren wie sie seit Jahren angeboten werden. Wahllos rausgegriffen, macht es wie alle das große Versprechen, das Geheimnis zu lüften, das sich hinter dem Thema Motivation verbirgt. Endlich die eigene oder die Motivation der Mitarbeiter in Höhen treiben, wo der Erfolg zu Hause ist. Nicht umsonst sind solche Seminare und Workshops überschrieben mit Titeln wie „Sich selbst und Mitarbeiter zu Höchstleistungen motivieren“ oder „Erfolgreicher sein mit Eigen- und Fremdmotivation“.

Die Zahl der Trainings und Seminare wird nicht weniger. Der Bedarf ist groß. Noch scheinen nicht alle Mitarbeiter und Selbstständigen in Deutschland hoch motiviert zu sein. Oder zumindest geht es noch motivierter. Und dafür müssen Hilfestellungen gegeben werden – von Motivationstrainern, Motivationscoaches, Motivationsgurus.

Warum braucht es diese Hilfe von außen? Warum laden Unternehmen Motivationstrainer wie Thomas Schlechter oder Rolf Schmiel ein, die vor Führungskräften, den Vertrieblern oder gar allen Mitarbeitern einen Vortrag halten? Trainer, die ihnen sagen, dass es Ziele braucht, eine Vision und Emotionen.
Anscheinend vergessen das Manager immer mal wieder. Und das ist schlecht, gilt doch die Motivation als Schlüssel zum Erfolg. Und sowohl den Berufsmüden als auch den High-Performern auf der Überholspur kann ruhig noch mal klar gemacht werden, warum sie so viel verdienen.
Nämlich zum Beispiel weil Führungskräfte sich selbst motivieren können sollten. „Das ist ihr Job. Dafür bekommen sie ja auch mehr Geld“, sagt Schmiel in einem Interview mit Zeit Online. Und wie Selbstmotivation gelingt, sagt er als guter Motivationstrainer auch gleich. „Durch Lebendigkeit, einer positiven Lebenseinstellung und der Fähigkeit, lernen zu können.“ Und Lachen ist wichtig. „Wer nicht mehr lachen kann, kann Menschen auch nicht begeistern.“ Wenn das also nicht mehr klappt, das mit dem Lachen, muss man sich Tipps von Schmiel oder einem anderen Kollegen holen.

Dass Chefs begeistern können sollten, hört man immer wieder. Überhaupt hört und liest man eine Menge rund um das Thema Motivation. Das liegt wohl daran, dass es so viele tatsächlich gesicherte Erkenntnisse eben doch nicht gibt. Kann eine Führungskraft überhaupt Mitarbeiter motivieren? Soll man Begeisterung vorleben? Kann man durch Kritik motivieren? Oder doch nur durch Lob? Wie wichtig sind materielle Anreize? Und kann man nicht auch ohne motiviert zu sein erfolgreich arbeiten?

Jahrzehntealte Modelle wie die „Zwei-Faktoren-Theorie“ von Herzberg oder die „Maslowsche Bedürfnispyramide“ bestimmen immer noch viele Diskussionen, obgleich sie zum Teil als überholt gelten. Letztendlich bleibt die Motivation ein Stückweit rätselhaft. Wie vieles, was mit der Psyche des Menschen zu tun hat.

Es gibt wenig, an dem man nicht rütteln könnte. Aber daran nicht: Die Menschen sind unterschiedlich. Eine zwar banale Erkenntnis, jedoch für das Thema Motivation von entscheidender Bedeutung. Die Effektivität von Motivationsfaktoren schwankt je nach Aufgabe und Individuum. Da jedoch alle Mitarbeiter nun mal Menschen sind – und das ist der (wieder banale) gemeinsame Nenner – schadet es nichts, als Führungskraft die Grundregeln des respektvollen menschlichen Umgangs zu kennen und zu leben – egal, wen man vor sich hat. Führung ist schließlich Interaktion. Sich das ins Bewusstsein zu rufen, kann helfen, Mitarbeiter zu binden. Wer will, kann dazu auch ein Seminar buchen.

Rolf Schmiel wird in dem Interview ebenfalls gefragt, wie man ein Unternehmen führt, in dem die Motivation völlig fehlt. Worauf er antwortet: „Leider mit Druck und Kontrolle.“
Man könnte sich als Arbeitgeber aber auch fragen, warum die Motivation komplett fehlt und demensprechend handeln. Das wäre sicherlich auch keine schlechte Antwort auf die Frage gewesen.

Und hier noch ein paar Worte von Herrn Schmiel persönlich. Er erklärt den „Schmiel-Schlüssel“.

 

Foto: William Warby