Archiv der Kategorie: Neue Arbeitsformen

Inspiration von außen

Gerade in Berlin entstehen mehr und mehr Coworking Spaces. Die sind nicht nur für Selbstständige interessant, sondern werden auch von vielen Unternehmen als Ort der Kreativität geschätzt. Eines  davon ist juggleHUB. Das Coworking Space bietet sogar zusätzliche Kinderbetreuung an. Mitgründerin Katja Thiede erzählt, wie die Idee entstanden ist.  Weiterlesen

„Die Transformation wird über Digitalisierung hinausgehen“

Beim Event #NextAct in Köln wurde mit Leidenschaft diskutiert. Wie kann die Transformation von Unternehmen und Wirtschaft gelingen, damit sie in der Zukunft bestehen können? Geladen hatte Winfried Felser, Betreiber der Competence Site und Geschäftsführer von NetSkill Solutions. Wer ihn kennt, weiß, dass ihn die Transformatin als Thema wirklich umtreibt. Im Gespräch sagt er, warum das so ist. Weiterlesen

Die Sehnsucht nach einer anderen Art der Arbeit

Bücher

Erstaunlich finde ich das schon: Wir sprechen derzeit permanent über digitalen Wandel, digitale Transformation, Big Data und Social Media und trotzdem erscheinen immer noch verdammt viele Bücher in Papierform. Selbst die Bücher, die sich mit Digitalisierung auseinandersetzen, erscheinen immer auch klassisch zwischen zwei Buchdeckeln. Ganz so erstaunlich ist es vielleicht aber auch nicht. Ich selbst bevorzuge ebenfalls die analoge Variante, wenn ich viel lesen muss. So einige analoge Bücher sind zuletzt über mein Schreibtisch gewandert. Und weil da ziemlich gute dabei sind, dachte ich mir, ich empfehle mal ein paar hier.

Hier kommt also meine derzeitige absolut subjektive Hitliste an Büchern rund um Arbeit und Organisation:

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Die Automatisierung des Geistes

Too many computers

Wer sich für den Wandel der Arbeitsgesellschaft interessiert, dem sei das Buch „Arbeitsfrei“ von Constanze Kurz und Frank Rieger empfohlen. Es setzt sich sehr anschaulich mit der fortschreitenden Automatisierung der Arbeitswelt auseinander. Und dabei geht es – wie mancher vielleicht denken könnte – nicht nur um den Produktionsbereich. Schon längst hat auch die Automatisierung des Geistes eingesetzt. Bekannte Beispiele finden sich im Bankensektor. Nicht nur, dass Überweisungen online getätigt werden. Auch Kreditentscheidungen werden unter anderem von immer ausgefeilteren Algorithmen vorbereitet. Aber haben Sie schon mal von Narrative Science gehört? Die Software dieser Firma erzählt Geschichten. Und bietet unter anderem algorithmisch generierte Quartalsberichte und Sportberichterstattung an. Sogar die menschliche Kreativität ist also maschinell ersetzbar.

Auch das Personalmanagement ist natürlich von der Automatisierung betroffen – und diese kostet Stellen. Es gibt kaum ein großes Unternehmen, das nicht einen Shared Service Center hat und stark auf Self Service setzt. Die Zunahme des Self Service ist ein Trend, der noch nicht zu Ende ist. Mitarbeiter und Führungskräfte sollen vermehrt Zugriff auf ihre Daten haben und die relevanten Prozesse selbst bearbeiten können. Die Idee dahinter ist neben dem Sparen von Kosten eigentlich, dass den Personalern aufgrund der Automatisierung mehr Zeit für strategische Arbeit bleibt. Das ist allerdings oftmals lediglich Theorie.

Nichtsdestotrotz gilt für die Personaler – wie für uns alle -, dass die Entwicklung per se nicht zu verteufeln ist. Doch klar ist auch, dass in Zukunft wohl nicht für alle ausreichend Jobs auf dem freien Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen werden. Immense gesellschaftliche Fragen sind also mit dem Trend der Automatisierung verbunden. Denn wie Kurz und Rieger völlig zurecht sagen, ist nicht jeder Mensch in der Lage, dem im Kern inhumanen Ideal vom voll flexiblen, hochmobilen und anpassungsfähigen Arbeitnehmer jederzeit zu entsprechen. „Selbst wenn das Bildungs- und Weiterbildungssystem perfekt und nicht wie heute die Umschulungsmaßnahmen zielsicher für ein Technologieniveau ausgelegt wären, das jetzt schon oder ganz sicher demnächst obsolet ist.“

Die technologischen Entwicklungen bieten auch Chancen. Zum Beispiel wenn man die Trends schneller erkennt als andere. Hier sei wieder der Personalbereich erwähnt. Auf dem Human Resources-Markt tummeln sich unzählige Beratungen, die von ihrem Wissensvorsprung gegenüber den Personalern profitieren. Doch nicht wenige der Solo-Selbstständigen krebsen mit niedrigem (Umsatz-)Niveau herum. Denn schnell verkürzt sich der Wissensvorsprung und das eigene Know-how gehört alsbald zum digitalen Alltag. Und gleichzeitig strömen immer mehr Berater auf den Markt, die meinen, sie hätten eine Super-Idee, wenn sie sich mit ihrer „Employer-Branding-Social-Media-Beratung“ selbstständig machen.

Die einzigen, die wirklich zuversichtlich in die Zukunft gucken können, sind die Softwareentwickler. Denn sie schaffen die Innovationen von morgen. Obwohl: Auch sie sind Getriebene der Dynamik der technologischen Entwicklungen.

Schluss mit dem Konzern-Mief

Freedom

Der Anstieg der Zahl der Solo-Selbstständigen hat in den letzten Tagen Schlagzeilen gemacht. Laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) ist die Zahl der Alleinunternehmer im vergangenen Jahrzehnt um 40 Prozent gestiegen.

Auch wenn der Schritt in die Selbstständigkeit bei vielen aus der Not geboren ist, lohnt es sich dennoch auf ein Motiv zahlreicher Betroffenen zu gucken, das bislang noch zu wenig Berücksichtigung findet.

Denn mehr denn je ist bei Angestellten ein Überdruss hinsichtlich der bestehenden Kultur ihrer Unternehmen festzutellen. Gemeint ist hier an dieser Stelle gerade nicht die Generation Y. Sondern ich spreche hier vor allem von Managern, Führungskräften jenseits der 40, die nach zehn bis 20 Jahren in großen Unternehmen genug haben – genug von unsinnigen Meetings, wenig Gestaltungsspielraum, ständigen Reportings, zu wenig Spaß. Ich habe in letzter Zeit mit einigen Managern gesprochen, und bei vielen ist entweder der Frust oder der Wunsch nach mehr Freiheit groß oder beides. Für sie ist klar, dass sie sich (oder zusammen mit Bekannten) selbstständig machen oder in ein Start-up-Umfeld reingehen.

Der Managementberater Reinhard Sprenger sagt im aktuellen Human Resources Manager: „Der Mensch ist ein Freiheitswesen und an seiner Freiheit kommen Sie nicht vorbei.“ Er bezieht es vor allem auf das Thema Führung. Doch genauso kann man es auf die zahlreichen Restriktionen anwenden, die vielen offiziellen und inoffiziellen Vorschriften, die in einem Konzern vorherrschen.

Bei den angesprochenen Managern geht es gar nicht so sehr darum, selbstständig zu sein, es geht darum, wieder mehr Luft zum atmen zu bekommen, wirklich etwas zu bewegen, das eigene Wirken im Ergebnis zu sehen, ohne dass es durch zahlreiche Abstimmungsschleifen gegangen und am Ende nicht wieder zu erkennen ist. Und ohne, dass ständig jemand hinter einem steht und „Leistung“ brüllt. Denn das soll ja neben den ganzen Reportings auch noch abgeliefert werden: Leistung. Immer mehr Unternehmen sprechen von einer „Leistungskultur“, die bei ihnen herrschen solle. Sollte Leistung nicht selbstverständlich sein? Der Begriff der Leistungskultur wird von vielen Personalverantwortlichen vor sich her getragen, als sei man sich nicht sicher, ob die eigenen Mitarbeiter bereit dazu sind. Deshalb muss es betont werden.

Wir brauchen nicht über die Generation Y sprechen. Die Bedürfnisse der heute 40-Jährigen sind ähnlich. Über die Generation Y wird immer gesagt, sie sei besonders leistungsbereit, wolle viel Freiraum und bestehe auf direktes Feedback. Das klingt sicherlich auch für 40-Jährige nicht schlecht.

(Foto: sacrifice_87)