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Vereinbarkeit von Beruf und Familie: Jeden Tag schönes Scheitern

Das flexible Verbinden von Arbeit und Privatleben geht – irgendwie, aber eigentlich nicht wirklich. Irgendjemand verliert immer. Bericht aus der Elternzeit.

Die Nachricht nahmen viele auf wie die Verkündung einer Krankenheilung oder das Ende einer langen Haftstrafe: Menschen umarmten mich, klopften mir auf die Schulter und riefen „Glückwunsch“. Ich vermute, bei dem ein oder anderen suchte sich auch eine Träne der Freude ihren Weg in die Freiheit. Der Grund für diese Gefühlsausbrüche war jedoch weder meine Haftentlassung noch eine erfolgreiche Krebstherapie, sondern der Beginn meiner zweimonatigen Elternzeit (Ja, es sind die typischen zwei Vätermonate, aber es ist dafür meine dritte Elternzeit. Davor habe ich sechs und vier Monate genommen).

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Die eigene Marke verstehen

Neulich sollte ich bei der von unserem Magazin veranstalteten Tagung zum Thema Arbeitgeberattraktivität ein Grußwort halten. Nun, es ist, aufgrund eines Missverständnisses, nie dazu gekommen. Geschrieben hatte ich es aber – und blogge es einach mal hier.

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Personalmanager und Personalmanagerinnen,

ich finde es wirklich bemerkenswert, dass heutzutage eine Tagung mit dem schlichten Titel „Arbeitgeberattraktivität“ auf Seiten von Personalverantwortlichen auf Interesse stößt. Und es scheinen immer mehr Personaler zu werden, die sich für das Thema interessieren.

Als ich selbst vor einigen Jahren bei einer regionalen Tageszeitung gearbeitet habe, wusste ich über Arbeitgeberattraktivität gar nichts. Und ich bin mir sicher, dass auch mein damaliger Chefredakteur nicht den Hauch einer Ahnung davon hatte, dass man die beiden Begriffe – Arbeitgeber und Attraktivität – überhaupt miteinander kombinieren kann.

Auch die beiden Damen im Personalbüro wussten sicherlich davon nichts. Zu denen hatte ich aber – ehrlich gesagt – auch nur wenig Kontakt. Nämlich einmal im Jahr, wenn ich meine Lohnsteuerkarte abgegeben habe.

Man musste im Redaktionsalltag funktionieren – man musste auf Termine rennen und drei bis vier Artikel pro Tag schreiben. Es gab keine flexiblen Arbeitszeiten, keine Wertschätzung, keine Entwicklungsmöglichkeiten.

Der Chefredakteur konnte sich damals darauf verlassen, dass so ziemlich jeder Germanist, Historiker und Sozialwissenschaftler in den Journalismus drängte. Der Beruf hatte eben eine große Anziehungskraft. Da ging man auch gerne mal in die Provinz.

Heute allerdings sind Medien in Papierform für die junge Generation ein bisschen unsexy geworden. Und plötzlich geschieht etwas, was früher aufgrund der Flut an Bewerbungen undenkbar war, man schaltet Stellenanzeigen in überregionalen Medien. Leider nur auf Papier – und leider ohne wirklich Werbung in eigener Sache zu machen. Ich habe Anzeigen meines alten Arbeitgebers gesehen. Sie machen nicht deutlich, ob es sich um einen attraktiven Arbeitgeber handelt. Was man da lesen kann, ist: Welche Voraussetzungen brauchen die Kandidaten und was sind die Tätigkeitsschwerpunkte.

Warum soll ein junger Mensch heute da hingehen? Was macht die eigene Attraktivität aus? Wofür steht dieser Arbeitgeber? Diese Fragen muss mein alter Arbeitgeber beantworten. Aber davon in den Anzeigen kein Wort.

Machen Sie es anders!

Nur wer die Marke versteht, kann Arbeitgebermarke werden, so heißt ja auch ein Modul unserer Tagung hier.

Und ich hoffe, dass diese Tagung für Sie einige Anregungen und Inspirationen bringt. Ich wünsche Ihnen viel Spaß und danke Ihnen für die Aufmerksamkeit.