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Die Sehnsucht nach einer anderen Art der Arbeit

Bücher

Erstaunlich finde ich das schon: Wir sprechen derzeit permanent über digitalen Wandel, digitale Transformation, Big Data und Social Media und trotzdem erscheinen immer noch verdammt viele Bücher in Papierform. Selbst die Bücher, die sich mit Digitalisierung auseinandersetzen, erscheinen immer auch klassisch zwischen zwei Buchdeckeln. Ganz so erstaunlich ist es vielleicht aber auch nicht. Ich selbst bevorzuge ebenfalls die analoge Variante, wenn ich viel lesen muss. So einige analoge Bücher sind zuletzt über mein Schreibtisch gewandert. Und weil da ziemlich gute dabei sind, dachte ich mir, ich empfehle mal ein paar hier.

Hier kommt also meine derzeitige absolut subjektive Hitliste an Büchern rund um Arbeit und Organisation:

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Schluss mit dem Konzern-Mief

Freedom

Der Anstieg der Zahl der Solo-Selbstständigen hat in den letzten Tagen Schlagzeilen gemacht. Laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) ist die Zahl der Alleinunternehmer im vergangenen Jahrzehnt um 40 Prozent gestiegen.

Auch wenn der Schritt in die Selbstständigkeit bei vielen aus der Not geboren ist, lohnt es sich dennoch auf ein Motiv zahlreicher Betroffenen zu gucken, das bislang noch zu wenig Berücksichtigung findet.

Denn mehr denn je ist bei Angestellten ein Überdruss hinsichtlich der bestehenden Kultur ihrer Unternehmen festzutellen. Gemeint ist hier an dieser Stelle gerade nicht die Generation Y. Sondern ich spreche hier vor allem von Managern, Führungskräften jenseits der 40, die nach zehn bis 20 Jahren in großen Unternehmen genug haben – genug von unsinnigen Meetings, wenig Gestaltungsspielraum, ständigen Reportings, zu wenig Spaß. Ich habe in letzter Zeit mit einigen Managern gesprochen, und bei vielen ist entweder der Frust oder der Wunsch nach mehr Freiheit groß oder beides. Für sie ist klar, dass sie sich (oder zusammen mit Bekannten) selbstständig machen oder in ein Start-up-Umfeld reingehen.

Der Managementberater Reinhard Sprenger sagt im aktuellen Human Resources Manager: „Der Mensch ist ein Freiheitswesen und an seiner Freiheit kommen Sie nicht vorbei.“ Er bezieht es vor allem auf das Thema Führung. Doch genauso kann man es auf die zahlreichen Restriktionen anwenden, die vielen offiziellen und inoffiziellen Vorschriften, die in einem Konzern vorherrschen.

Bei den angesprochenen Managern geht es gar nicht so sehr darum, selbstständig zu sein, es geht darum, wieder mehr Luft zum atmen zu bekommen, wirklich etwas zu bewegen, das eigene Wirken im Ergebnis zu sehen, ohne dass es durch zahlreiche Abstimmungsschleifen gegangen und am Ende nicht wieder zu erkennen ist. Und ohne, dass ständig jemand hinter einem steht und „Leistung“ brüllt. Denn das soll ja neben den ganzen Reportings auch noch abgeliefert werden: Leistung. Immer mehr Unternehmen sprechen von einer „Leistungskultur“, die bei ihnen herrschen solle. Sollte Leistung nicht selbstverständlich sein? Der Begriff der Leistungskultur wird von vielen Personalverantwortlichen vor sich her getragen, als sei man sich nicht sicher, ob die eigenen Mitarbeiter bereit dazu sind. Deshalb muss es betont werden.

Wir brauchen nicht über die Generation Y sprechen. Die Bedürfnisse der heute 40-Jährigen sind ähnlich. Über die Generation Y wird immer gesagt, sie sei besonders leistungsbereit, wolle viel Freiraum und bestehe auf direktes Feedback. Das klingt sicherlich auch für 40-Jährige nicht schlecht.

(Foto: sacrifice_87)